Geologische Lage

Lage und geologisches Alter des Bergreviers Hallwangen

Das Bergrevier Hallwangen liegt am östlichen Rand des „Freudenstädter Grabens", der in diesem Bereich in NNW-Richtung verläuft und im SO, etwa auf der Linie Loßburg - Böffingen - Dettlingen allmählich in eine O-gerichtete Struktur umbiegt. Im NW endet der Graben etwa auf der Linie Klosterreichenbach - Igelsberg.
Die Ausdehnungen des „Freudenstädter Grabens" betragen ungefähr 15 km Länge und 7 km Breite.
In dieser Struktur setzen mehrere Gangführungen auf, wobei nicht nur die Randverwerfungen, sondern auch Störungen in der Grabensohle hydatogen mineralisiert wurden.
Diese hydatogene Mineralführung ist jedoch nur aus dem nach NNW verlaufenden Grabenstück bekannt. Die Sulfidführung ist fast ausschließlich auf die Grabenränder beschränkt.
Das Alter dieser Struktur kann mit Carlé (1955) als obermiozän angesehen werden.

Der "Freudenstädter Graben"

Diese Altersangabe fällt in die Periode des Jungtertiär, in dem also der „Freudenstädter Graben" entstanden ist. In Zahlen ausgedrückt betrifft dies etwa den Zeitraum von vor 25 - 10 Millionen Jahren.
Zu jener Zeit breiten sich im europäischen Raum gerade die Säugetiere aus - der Mensch kommt erst „etwas" später. Dies ist eingedenk dessen, dass die Erde etwa 4 - 5 Milliarden Jahre alt sein dürfte, und dass es erst seit etwa 570 Millionen Jahren Leben auf unserem Planeten gibt, ein verschwindend geringer Zeitraum.

Wenn man theoretisch und rein rechnerisch davon ausgehen würde, dass die Erde erst seit einem Jahr bestehen würde und man sich nun am Ende dieses Jahres befinden würde, also am 31. Dezember kurz vor 0.00 Uhr, dann wären unter der Voraussetzung, dass hier 5 Milliarden Jahre mit einem Jahr (= 365 Tage) gleichgesetzt werden, folgende Ableitungen möglich:

  • 5 Milliarden Jahre entsprechen einem Jahr von 365 Tagen = max. Erdalter.

  • 570 Millionen Jahre entsprechen einem Zeitraum von 41,61 Tagen; dies bedeutet, dass es im Hinblick auf den 31. Dezember erst seit dem 19. November überhaupt Leben auf der Erde gibt.

  • 25 Millionen Jahre entsprechen dann einem Zeitraum von nur 1,825 Tagen; d.h. im Zeitraum vom 30. Dezember 04.00 Uhr bis zum 31. Dezember 06,30 Uhr ist unsere Nordschwarzwälder Landschaft entstanden.

  • 10 Millionen Jahre entsprechen dann nur noch einem Zeitraum von 0,73 Tagen = 17,5 Stunden; d.h. im Hinblick auf den 31. Dezember 0.00 Uhr würde der Mensch erst seit dem 31. Dezember 06.30 Uhr existieren.

Der 4. Vers aus Psalm 90, der da lautet „Denn tausend Jahre sind vor Dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache" regt hier zum Nachdenken an – vielleicht auch darüber, wie gering und eigentlich unwichtig das menschliche Handeln gegenüber diesem gewaltigen Schöpfungsepos ist.
In den nach der Bildung der Nordschwarzwälder Landschaft folgenden 10 Millionen Jahren hat sich dann der Mensch entwickelt.
Die Einführung der Zeitrechnung im Abendland geht von Christi Geburt aus - jene 10 Millionen Jahre (die auch wohl heute noch „andauern") liegen demnach mehrheitlich „vor der Zeitrechnung" (= v.d.Z.) bzw. „vor Christi Geburt" (= v.Chr.) und erst 1075 Jahre „nach Christi Geburt" (= n.Chr.) taucht erstmals der Name „Hallwangen" auf.
Die Menschen sind mittlerweile fähig, schriftliche Zeugnisse ihrer Existenz zu hinterlassen. So wird in einer Urkunde vom 9. Oktober 1075 der Ort Hallwangen als „Haldewang" (später „Haldewanck") erstmals urkundlich erwähnt. Die Bedeutung des Namens setzt sich aus hall (= halde = Abhang) und wang (= Wiesenaue) zusammen. Die Urkunde wurde ausgefertigt, als das Kloster Hirsau mit König Heinrichs IV. Bestätigung wiederhergestellt wurde und anlässlich dieses Vorgangs u.a. der Hallwanger (Ritter) Rudolfus de Haldewang anwesend war und deshalb in der Zeugenliste erscheint.


Mehr über das heutige Hallwangen: siehe unter Links

Das Wappen "Hallwangen"

Das Wappenschild Hallwangens enthält zwei gekreuzte Hämmer (Schlägel und Eisen) und darüber einen Engelskopf mit Flügeln.
Schlägel und Eisen versinnbildlichen das ehemalige Bergwerk "Himmlisch Heer", und der Engelskopf mit Flügeln soll an das ehemalige Kloster Engeltal erinnern.
Das Hallwanger Kloster Engeltal wird geschichtlich erstmals 1292 erwähnt.





Mineralien
Beschreibung der Mineralien Hallwangens
bearbeitet von Rudolf Steinhart
Sulfide | Halogenide | Oxide, Hydroxide | Carbonate | Sulfate | Arsenate | Silikate
Schwerspat
mit Malachit und Azurit
Blättriger Schwerspat
mit Quarzkristallen
Buntsandstein, Schwerspat, Malachit, Azuritkristalle, Quarzkristalle und Silberfahlerz Gangbreccie von verkieseltem Buntsandstein,
Schwerspat, Fahlerz
Sulfide

Die Ausscheidung der sulfidischen Erzmineralien reicht bis in die Phase der Schwerspatbildung. Die Sulfide sind daher außer in Quarz und Hornstein überwiegend in Schwerspat eingewachsen

(Metz, 1977, S. 245).

Tetraedrit (Cu, Fe)12 Sb4 S13

Tennantit (Cu, Fe)12 AS4 S13

Annivit (wismuthaltiges Fahlerz) Cu3 SbS3 + Bi


Das Haupterz des Reviers, dem auch der alte Bergbau galt, ist das Fahlerz. Es tritt „nest- und fallweise“ auf, vereinzelt in größeren Erzfällen, meist xenomorph und derb. Vorwiegend sind schmale „Schnüre" in Schwerspat oder Quarz eingewachsen. Nur selten konnten aus dem Haldenmaterial kleine, schon mit einer Oxidationsschicht überzogene Kristalle geborgen werden. Bei den Fahlerzen handelt es sich um silberreiche wismuthaltige Erze mit wechselnden Antimon- und Arsengehalten, also Tetraedrit, wobei der wismuthaltige Tetraedrit früher Annivit genannt wurde Der Silbergehalt schwankte zwischen 600 – 2.900 g/Tonne. (Bliedtner & Martin, S. 143).

Das bei Hallwangen vorkommende wismuthaltige Antimonfahlerz enthielt neben einigem Silber auch Nickel und Zinn, wobei der Wismutgehalt nach einer Röntgenfluoreszensanalyse auf eingesprengten Emplektit zurückzuführen ist.

Chalkopyrit (Kupferkies) Cu Fe2

Dieses Erz tritt nur in geringem Umfang auf, meist derb, selten in gut ausgebildeten Kriställchen in Quarz oder Schwerspat, oft schon mit einer dünnen Covellinkruste überzogen. Der Kupferkies ist meist älter als das Fahlerz. Die ausgebrachten Kupfermengen lassen keinen exakten Rückschluss auf den angefallenen Kupferkies zu, da ein Teil des Kupfers aus dem Fahlerz stammt. Ein erheblicher Teil des Kupferkieses dürfte auch durch Umwandlung in Limonit (Brauneisen) verloren gegangen sein.

Emplektit (Kupferwismutglanz) CU2 S Bi2 S3

In geringen Mengen tritt auch der Emplektit auf, meist als langprismatische, in die Gangarten eingewachsene Kristalle, die oft schon ganz oder teilweise in Bismutit umgewandelt sind.

Covellin Cu S (Kupferindig)

Covellin ist ein Zersetzungsprodukt von kupferhaltigen Erzen. Es bildet in der Regel Krusten und Anflüge, die durch ihre blauschwarze Farbe auffallen.
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Halogenide

Fluorit (Fluss-Spat)

Der Flussspat tritt in den Gängen des Reviers nicht sehr stark in Erscheinung. Er ist nur aus einzelnen Gangabschnitten bekannt und kommt besonders in größerer Teufe auf den mineralisierten Randverwerfungen vor (Metz, 1977, S. 245).
Meist ist er in kleinen kubischen Kristallen, in Zwickeln und Drusen des Schwerspats zu finden; die Farben sind unterschiedlich.
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Oxide, Hydroxide

Limonit (Gemenge von Eisenoxidhydraten) Fe (OH)

Goethit (Nadeleisenerz) Fe OOH


Goethit ist die wichtigste Komponente des Brauneisens (Limonit), das auf fast allen Gängen in größerer Menge angetroffen, zeitweise zur Eisengewinnung abgebaut wurde.

Brauneisen tritt in braunen, samtartigen Belägen in sphärolischer Form als hellbraune Pusteln auf. Auch als Pseudomorphosen nach Eisenspatrhomboedern (Siderit) und Kupferkieskristallen ist der Limonit anzutreffen. Der reine Goethit bildet schöne lackglänzende schwarze Glasköpfe, zum Teil auch Büschel aus kleinen schwarzen spitznadeligen Kristallen. Röntgenamorphe Massen von Eisenoxid, die ebenfalls auftreten, werden als Siderogel bezeichnet.

Hämatit Fe2 03

Hämatit kommt als kleine durchsichtige rote Schüppchen vor, die öfters zu schönen Rosetten aggregiert sind.

Bismit (Wismulocker) Bi2 0

Bei diesem Mineral dürfte es sich um die grün-gelben erdigen Krusten handeln, die auf Fahlerz enthaltendem Gangmaterial zu finden sind.
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Carbonate

Malachit Cu2 (OH)2 CO3


Das häufigste Sekundärmaterial des Reviers ist der Malachit, der als krustiger Belag auf zersetzten Sulfiden sowie auf anderen Mineralien und Buntsandstein vorkommt. Auch in schönen Sphäroliten und in nadeliger Ausbildung wurde er gefunden.

Azurit (Kupferlasur) Cu3 (OH)2 (CO3)2

Dieses Mineral ist etwas seltener anzutreffen. Meist ist der Azurit nur krustig ausgebildet, mitunter weisen die Krusten radialstrahlige Strukturen auf.

Bismutit Bi2 02 (CO3)

Dieses Mineral ist als Zersetzungsprodukt des bismuthaltigen Fahlerzes sowie des Emplektits entstanden. Es liegen Funde von Bismutit als kleine gelbliche Sphärolithe sowie als nadelige Pseudomorphosen nach Emplektit vor.

Siderit (Eisenspat) Fe CO3

In der Oxidationszone der Gänge sind auf fast allen Gruben schon früher bräunliche Pseudomorphosen von Limonit nach Siderit gefunden worden. In der Teufe wurde auch unzersetzter Siderit angetroffen.
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Sulfate

Baryt (Schwerspat) Ba SO4


Als bekannter Erzträger hat der Schwerspat schon in frühester Zeit die Bergleute zur Untersuchung der Schwerspatgänge im gesamten Revier veranlasst. Im ganzen Freudenstädter Raum tritt die älteste Schwerspatgeneration (l) meist in grobspätigen weißen Massen auf, die häufig mit Eisen- und Manganoxiden verunreinigt sind und oft von Quarz verdrängt wurden. In Drusen finden sich mitunter hübsche tafelige Kriställchen von Schwerspat II, der nicht durch Quarz verdrängt wurde. Sie sind zum Teil wasserklar oder auch milchig ausgebildet.
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Arsenate

Mixit Bi Cu6 (As O4)3 (OH)6 3 H2O


Der Mixit findet sich als Sekundärmineral in Lagerstätten mit Kupfer-Wismut-Arsen-Fahlerzen. Er bildet in der Regel nadelige Kristalle von grüner Farbe.
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Silikate

Chrysokoll (Cu, AI)4 (OH)8 Si4 O10 n H2O


Diese silikatische Sekundärbildung hat Hehl (1850) unter der Bezeichnung Kieselkupfer erwähnt. Sie tritt in zwei Varietäten auf, die sich in den optischen Eigenschaften unterscheiden. Die eine Varietät bildet blassbläulichgrüne Krusten auf Quarz, die sich stellenweise schalenartig ablösen. Die andere Varietät findet sich in blassgrünlichen bis grünlichgelben Krusten, die zum Teil glasartig derb ausgebildet sind.
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Nachtrag
Es ist davon auszugehen, dass mit zunehmenden Aktivitäten die Liste der vorkommenden Mineralien nach genauer Untersuchung ergänzt werden kann.




Geschichtlicher Überblick

Geschichte der Grube "Himmlisch Heer"
--- 13. bis 20. Jahrhundert ---
Historisches Silber-, Kupfer- und Schwerspatbergwerk Hallwangen
Kurzform

Einen Teil der Geschichte des Hallwanger Bergwerks findet man als Wandmalerei an der Fassade der Grundschule in Hallwangen.
12. Jahrh. Älteste urkundlich erhaltene Nennung von Bergbau im Nordschwarzwald.
Auch in Hallwangen wurde nach aktuellem Forschungsstand zu dieser Zeit schon Erz abgebaut.
1519 - 1534 Herzog Ulrich muss das Land verlassen und lebt in Verbannung.
In dieser Zeit der kaiserlichen Zwischenregierung wird in Hallwangen ein 4-löthiger Silbergang gefunden.
1551 Erste gesicherte Nennung bergbaulicher Tätigkeit in Hallwangen in einem Bericht des Bergrichters Haubensack aus der elsässischen Bergbaustadt Markirch im Lebertal.
1558 Der Bergsachverständige und Kartograph Dr. Georg Gadner bescheinigt im Auftrag von Herzog Christoph der Hallwanger Grube ein gutes Erzvorkommen.
1560 4 Häuer sind im Bergwerk beschäftigt.
1564 Die Grube liegt wegen Wassereinbruchs still.
1597 Hallwangen wird in einem Verkündungsschreiben Herzogs Friedrich I. über "allgemeine Bergfreiheit" erwähnt.
Die Grube scheint jedoch nicht mehr nennenswert genutzt zu werden.
1723 Der Bergbau der Hallwanger Grube wird unter dem Namen "Himmlisch Heer" wieder aufgenommen.
Der Alpirsbacher Bergmeister Moyses erwähnt einen Spathgang, der Silber- und Kupfererz führt.
1726 Die Grube wird wegen wiederholtem Wassereinbruchs aufgegeben.
1750 Erfolglose Versuche, den Bergbau wieder aufzunehmen.
1791 Bergrat Widmann kann die Grube nicht befahren, weil sie verfallen ist.
1850 - 1860 Abbau von Schwerspat für Bleiweißfabriken.
1891 Der Geologe Sandberger äußert sich über die Grube und ihr Erzvorkommen (33,89 % Kupfer und 1,37 % Silber in den Fahlerzen).
1908 Umbenennung der Grube "Himmlisch Heer" in "Irmgardsglück" durch die Gewerkschaft Irmgardglück aus Gotha.
Die Gewerkschaft baut Schwerspat ab (10 t / Tag).
1910 8 Personen sind in der Grube beschäftigt.
1911 Übernahme der Grube durch die Süddeutsche-Erzbergbau-Gesellschaft.
1912 Ein rapider Rückgang der Erze führt jedoch zur Unwirtschaftlichkeit und Einstellung der Arbeiten.
1916 Adam Höhler, 1909 als Maschinenmeister bei der Gewerkschaft Irmgardglück tätig, kauft das Grubengebäude und wandelt es in das Kurhaus Waldeck um; heute Hallwang-Clinik.
1923 Der Ingenieur Leo Werner Nieland aus Berlin beantragt das Mutungsrecht auf Fahlerze.
Er nennt die Grube "Nieland I", es kommt jedoch zu keinem Erzabbau.
1937 Die Firma Georg von Giesches Erben, Hamburg, legt eine Mutung auf Fahlerze ein.
Auch jetzt kommt es zu keinem Erzabbau.
1944 Die Firma Ernst Giebeler, Siegen, strebt einen Schwerspatabbau an.
Es gibt Kontroversen, da das Bergwerk zwischenzeitlich als Luftschutzraum genutzt wird.
Nach Kriegsende verzichtet die Firma Giebeler auf die Nutzung des Bergwerks.
1971 Das Grubengelände und der Grubeneingang wird mit Bauaushub verfüllt.
Zuvor hat jedoch der Mineraloge Sepp Plankovits, der den Stollen nach Mineralien durchforscht hatte, den Einstieg mit einer Sandsteinplatte markiert und in einer Zeichnung festgehalten.
1994 Die ersten Anstöße erfolgen durch Willi Haug, den Stolleneingang zu suchen und zu öffnen.
14.09.1995 Gründung des Vereins "Förderkreis historischer Bergbau Hallwangen e.V.".
In Eigenarbeit macht der Verein einen Teil des Stollens wieder begehbar.
27.05.2000 Eröffnung des Besucherbergwerks Grube "Himmlisch Heer".




Ausführliche Geschichte
Geschichte der Grube "Himmlisch Heer"
--- 13. bis 20. Jahrhundert ---
Historisches Silber-, Kupfer- und Schwerspatbergwerk Hallwangen
nach Klaus M. Heckmanns
» Der Beginn des Bergbaus in der Nordschwarzwälder Region
» Die erste Nennung Hallwangens als Bergbaurevier
» Der Hallwanger Bergbau scheint zu florieren
» Die Blütezeit des Hallwanger Bergbaus ist offenbar vorbei
» Neue Versuche unter dem Namen "Himmlisch Heer"
» Abbau von Schwerspat
» Das Ende des Schwerspat- und Erzabbaus
Der Beginn des Bergbaus in der Nordschwarzwälder Region
12. Jahrh. Älteste urkundlich erhaltene Nennung von Bergbau im Nordschwarzwald.
Auch in Hallwangen wurde nach aktuellem Forschungsstand zu dieser Zeit schon Erz abgebaut.
Die Gründung des Ortes Hallwangen liegt ebenso im dunkeln, wie auch der Beginn des Bergbaus. Hallwangen ist mit Sicherheit älter als das Datum seiner ersten urkundlichen Nennung am 9. Oktober 1075. Knapp 200 Jahre später, nämlich am 12. Oktober 1267, wird urkundlich dokumentiert, dass sich die Kapelle auf dem Kniebis von der Mutterkirche in Dornstetten trennt. Um nun die Versorgung beider Gotteshäuser zu gewährleisten, wird festgelegt, dass jede der beiden Kirchen die Hälfte des Metallzehnten erhalten soll. Dabei geht es um Metalle, die zukünftig gefunden würden. Eine spezifische Örtlichkeit, wo man diese Metalle finden könnte, ist in der Urkunde nicht genannt. Demzufolge kann niemand den Inhalt dieser Urkunde auf seinen Ort bzw. auf sein Bergwerk beziehen!
Man darf als sicher annehmen, dass die Alten das Ausgehende der Mineral- und Erzgänge gekannt haben. Gleichermaßen ist es durchaus möglich, dass irgendwo in unserem Raum bereits nach Erzen gegraben wurde - der Ort jedoch ist unbekannt! Die Urkunde gibt in dieser Hinsicht keinerlei Aufschluss, geht aber entweder von bereits bestehendem Bergbau aus oder aber bezieht sich darauf, dass der Metallzehnte dann geteilt werden würde, wenn man Erze (bergmännisch) abbauen würde. Die Zusammenhänge sind hier nicht eindeutig klar ausgedrückt. Das liegt mehrheitlich daran, dass man die Urkunde wegen der Trennung der Kirchen und nicht wegen der (vermeintlichen) Anfänge des Bergbaus ausgefertigt hat. Es ist daher, um den Urkundentext nicht überzuinterpretieren, wohl nicht angebracht, von einem Beginn des Bergbaus zu sprechen. Man könnte sonst in Beweisnot geraten.
Die erste Nennung eines Bergwerks im Nordschwarzwald betrifft Bulach und stammt aus dem Jahr 1322. Für das Freudenstädter Revier kommt als erste Nennung einer Grube die „Heilig-Dreikönigs-Grube" im Jahr 1478 in Betracht. Allgemein geht man jedoch davon aus, dass mit dem Bergbau in unserem Raum erst im Laufe des 16. Jahrhunderts begonnen wurde.

In "Die Bodenschätze Württembergs" von Dr. Manfred Bräuhäuser, Stuttgart 1912, heißt es allerdings: "... A. Schmidt hebt in den Begleitworten zu Bl. Dornstetten ausdrücklich hervor, daß hier der einzige zurzeit [1912] im Betrieb befindliche Gangbergbau in Württemberg sich befindet. ... Dieser Gang streicht in etwa 60 m Abstand von der östlichen Randverwerfung des Freudenstädter Grabeneinbruchs östlich von Hallwangen. In seinem oberen Teil hat um 1150 die früher vielgenannte Grube Himmlisch Heer gebaut."

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Die erste Nennung Hallwangens als Bergbaurevier
1519 - 1534 Herzog Ulrich muss das Land verlassen und lebt in Verbannung.
In dieser Zeit der kaiserlichen Zwischenregierung wird in Hallwangen ein 4-löthiger Silbergang gefunden.
Der Beginn des 16. Jahrhunderts war in Württemberg durch die Bauernkriege geprägt. Herzog Ulrich musste das Land verlassen und lebte von 1519 - 1534 in der Verbannung. In jener Zeit der kaiserlichen Zwischenregierung soll man in Hallwangen einen 4-löthigen Silbergang gefunden haben. Vier Lot(h) Silber im Zentner Erz bedeutet in die heutigen Gewichte umgerechnet 1,25 g Silber pro Kilogramm Erz. Wann dieser Gang genau gefunden wurde, lässt sich heute nicht mehr nachweisen, denn die zugehörigen Akten wurden in einer Bombennacht des Jahres 1944 in Stuttgart durch Brand vernichtet. Die in der einschlägigen Fachliteratur des öfteren veröffentlichte Jahreszahl 1520 für das Auffinden des Ganges stimmt definitiv nicht! Die Quelle, auf die sich alle diese Autoren hier berufen, nennt eben diese Jahreszahl nicht.
1551 Erste gesicherte Nennung bergbaulicher Tätigkeit in Hallwangen in einem Bericht des Bergrichters Haubensack aus der elsässischen Bergbaustadt Markirch im Lebertal.
Der erste Nachweis von Hallwangen als Bergbauort fällt in die Regierungszeit Herzog Christophs, welcher von 1550 - 1568 württembergischer Landesherr war. Kurz nach seinem Regierungsantritt beauftragt er den Bergrichter Haubensack aus der elsässischen Bergbaustadt Markirch im Lebertal und den Bergsachverständigen Hans Tübinger, die alten, verlegenen Bergwerke um Dornstetten, Hallwangen und Alpirsbach zu untersuchen. Am 15. April 1551 schreibt Bergrichter Haubensack in seinem Bericht über das Bergrevier Hallwangen: „Sie hatten dort einen alten verfallenen Stollen (gefunden), mit einem Wetterschacht bei dem Dörflein. Daselben ist ein reiner Spatgang, hat sein Streichens auf Mittag, sein Ausgehens auf Mitternacht. Er zeigt schön Glaserz“.
Dieser Bericht Haubensacks aus dem Jahr 1551 darf als erste gesicherte Nennung bergbaulicher Tätigkeit in Hallwangen gelten. Wenn nun Haubensack von einem „alten verfallenen Stollen" schreibt, so ist natürlich klar, dass es in Hallwangen auch schon vor 1551 bergbauliche Aktivitäten gegeben hat - wann, bzw. seit wann allerdings ist unklar.
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Der Hallwanger Bergbau scheint zu florieren
1558 Der Bergsachverständige und Kartograph Dr. Georg Gadner bescheinigt im Auftrag von Herzog Christoph der Hallwanger Grube ein gutes Erzvorkommen.
Erst sieben Jahre später taucht dann das Bergrevier Hallwangen wieder in den Akten auf. Herzog Christoph schickt den Bergsachverständigen und Kartographen Dr. Georg Gadner im Mai 1558 auf Dienstreise in den Schwarzwald, um die Bergwerke zu kontrollieren. Offenbar ist die Hallwanger Grube zu dieser Zeit in Bau, denn Gadner schreibt:„Derweil sich aber das Erz reichlich anlaßt und mit Kupfer so wohl erzeiget, so hab ich anheut dato noch zwei Häuer eingelegt. Verhoff ich vermittels göttlicher Gnaden in drei Wochen mit dem Stollen vor Ort zu fahren und alsdann all Tag Erz gewinnen." Ganz offensichtlich bescheinigt Gadner der Hallwanger Grube hier ein gutes Erzvorkommen, was ihn dazu veranlasst, sogar noch zusätzliches Personal einzustellen.
1560 4 Häuer sind im Bergwerk beschäftigt.
Ähnlich ausgedrückt findet man die Situation auch in der Bergfreiheit vom 6. Juni 1558 wieder.
Dort steht in der Präambel zu lesen: „Nachdem der allmechtig barmherizig Gott / auß lautter milter genaden und gütte / In unserm Fürstenthumb / an etlichen orten / sonderlich zu Bulach / Dornstett / Halbang / im Wildtbadt (= Lauterbad) / in der Aach / im Vorbach / am Hienerberg (muß richtig Kienerberg = Kienberg (FDS) heißen) / und Schellkopf / auch in der Rauerzaw (= Reinerzau) / und derselben zugehörigen gebürgen / am grossen Schwarzwaldt gelegen / Silber- und Kupffer-Bergwerck erzeigen unn erscheinen lassen / der zuversichtlichen Hoffnung / das sollich Berckwerck / vermittelst seiner Göttlichen gnaden / sich dermassen zu uffnemung und merung schicken / das Uns / und ermeltem unserm Fürstenthumb / auch Underthanen unn Einwonern / und denjhengen / so die Bawen / in künfftigen zeitten mercklicher scheinlicher und grosser nutz darauß entstehn / und menigklich zu wolfart und statlicher erhaltung / fürnemlich zu mörung gemeines nutzes gedeien werde."
Hier hat wohl eine gewisse Hochstimmung vorgeherrscht, was möglicherweise unter anderem auf die Aussagen von Gadner zurückzuführen sein dürfte. Die in der Präambel genannten Gruben bzw. Bergreviere, darunter auch Hallwangen, wären dort wohl nicht erschienen, wenn nicht eine einigermaßen sichere Aussage über eine zukünftig zu gewinnende Ausbeute vorgelegen hätte. Außerdem muss auch beachtet werden, dass die Erkenntnisse in Bezug auf die Erzvorkommen und die zu erwartende Ausbeute nicht neu gewesen sein dürften - d.h. eine solche Aussage kann nicht nur von einer einzigen Inaugenscheinnahme herrühren, sondern hier ist ziemlich sicher über einen gewissen Zeitraum hinweg immer wieder beobachtet und eingeschätzt und begutachtet worden.
Die im weiteren Text der Bergfreiheit zugestandenen Vergünstigungen sind dann auch dementsprechend. Zunächst erhalten Kirchen und Armenkasten einen Erbkux zur freien Verfügung, d.h. hier müssen keine Zubußen und keine Betriebskosten bezahlt werden - die so Beschenkten brauchten nur noch den Ertrag einzustreichen. Verwendet werden sollten diese Erträge für die Kirchen, die Kirchendiener und die Schulen. Sodann hat man speziell für die Bergwerke einen Bergrichter eingesetzt, der für die in den Bergwerken Beschäftigten oberste Instanz ist. Das Amt ist verbunden mit Polizeigewalt und mit niederer Gerichtsbarkeit - hier liegen ähnliche Rechtsgrundlagen vor, wie beim Amt eines Vogtes. Alle im Bergwerk bzw. für die Bergarbeiter notwendigen Waren, Speisen und Getränke sollen in ausreichendem Maße vorhanden sein, wobei für derartige Dinge kein Zoll, sondern lediglich Wegegeld (= Fuhrlohn) zu entrichten ist. Wer jedoch Waren mit sich führt und behauptet, dass diese für ein Bergwerk bestimmt seien, um deren Verzollung zu umgehen, der soll, sofern er sie nicht zu einem Bergwerk befördert, „hertiglich gestrafft werden". Für Bulach (und wohl auch für andere Örtlichkeiten) ist „järlich ein Jarmarckt und wochenlich ein Wochenmarckt uff den Sampstag" zugelassen. Jedem Bürger ist erlaubt, „Kauffmannschafft, Kremarey, Weinschencken, Wirtschafft und Gastung zu halten, metzgen, bachen und allerley andere gebürliche gewerb zu treiben". Bergleuten, die keine liegenden Güter besitzen, d.h. zur Miete wohnen, sollen Steuerfreiheit und Erlass der Fronarbeiten zugestanden werden. Die „Türckenhülff" allerdings ist zu entrichten. Die Stadt (Gemeinde) erhält ebenfalls einen Erbkux. Davon sollen Mauern, Tore, Türme, Brunnen, Wege und Stege und andere Notwendigkeiten instandgehalten werden. Jeder Bergmann, der sich zum Arbeiten niederlässt, soll, wie die anderen Bürger auch, an der Allmende (Wasser, Weide etc.) teilhaben. Auch in Bezug auf die Verteilung von „Prennhollz" soll er den anderen Bürgern gleichgestellt sein. Gegenüber Oberbergmeister und Bergrichter wird absoluter Gehorsam verlangt. Der Herzog verlangt seinerseits nicht die zehnte Mark Silber, nicht den zehnten Zentner Erz als Zehntabgabe, sondern jeweils den neunundzwanzigsten Teil. Außerdem wird das in den Gruben zu verbauende Grubenholz umsonst an die Bergleute abgegeben.
Ein solches Angebot von Privilegien kann für die damaligen Verhältnisse durchaus als großzügig angesehen werden. Die Absicht dabei ist natürlich, möglichst viele Bergleute anzulocken. Andererseits mag das Auffinden des Edelmetalls Silber womöglich auch in Hallwangen einen „Silberrausch" verursacht haben. Zur Mitarbeit melden sich nicht nur gelernte Bergleute, sondern auch Handwerker, Tagelöhner und sonstige Zeitgenossen, die in ihrem angestammten Beruf nicht vorwärts kommen. Diesem Umstand Rechnung tragend, versucht die herzogliche Verwaltung Bergleute (z.B. aus Sachsen) anzuwerben. Dementsprechend stellt 1558 der Vogt zu Dornstetten fest, dass die Gruben bei Hallwangen „nicht bergmännisch" angefangen worden seien ... und dass deshalb die Gruben wieder eingegangen seien. Der Grund dafür sei der, dass hier keine gelernten Bergleute, sondern Handwerker, „die auf ihrem Handwerk verderben" tätig gewesen wären.
In der Hallwanger Grube wird aber trotzdem noch gearbeitet - jedenfalls vorerst noch, denn 1558 ist der Hallwanger Stollen mit einem Steiger und drei Arbeitern belegt. Zwei weitere Arbeiter sind dann noch durch die Initiative Gadners hinzugekommen. Im Juni 1559 wird bei 72 Lachtern (1 L = 2,005 m) Stollenlänge ein Tagschacht abgeteuft (= in die Tiefe gegraben); im Stollen ist man bei 40 Lachter auf den Gang gestoßen. Vor Ort wird 2 - 3 Lot (= 0,62 - 0,93 g Ag/kg Erz) silberhaltiges Erz gefunden. 1560 ist der Tagschacht 14 Lachter tief abgeteuft; man hat aber hier schon mit Wassereinbruch zu kämpfen. Das Bergwerk muss bald danach aufgelassen worden sein, denn die Akten bringen nichts mehr darüber. Die Freude war also wohl nur von kurzer Dauer. Während 1560 noch vier Häuer beschäftigt sind, liegt die Grube 1564 offenbar still.
1564 Die Grube liegt wegen Wassereinbruchs still.
In den altwürttembergischen Lagerbüchern des Amtes Dornstetten gibt es betreffend die bergbauliche Tätigkeit in Hallwangen noch folgenden Nachweis: „Hanns Reuender, Steiger in der Grube Hallwangen, gibt aus seinem gekauften Haus und anderen Gütern, It. Brief in der Regstr. vom Jahr 1560: 5 ß h (= 5 Schilling Heller) Urbar- und Lösungszins!"
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Die Blütezeit des Hallwanger Bergbaus ist offenbar vorbei
1597 Hallwangen wird in einem Verkündungsschreiben Herzogs Friedrich I. über "allgemeine Bergfreiheit" erwähnt.
Die Grube scheint jedoch nicht mehr nennenswert genutzt zu werden.
Es ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass auch in der Folgezeit weitere Versuche stattgefunden haben, in Hallwangen Erze abzubauen - allein die Akten sagen nichts mehr darüber aus - 160 Jahre lang gibt es keine Nachrichten mehr über die Hallwanger Grube. Am 27. Juli 1597 erlässt Herzog Friedrich l. eine allgemeine Bergfreiheit, in deren Verkündigungsschreiben auch Hallwangen als „Halbang" erwähnt ist. Am 5. Juli 1598 erfolgt die Verkündigung der Bergordnung mit den Bergfreiheiten nach Joachimsthaler Vorbild. Der Herzog lässt diese neuen Gesetze in großem Stil publizieren.

Herzog Friedrich I. ist einer der wenigen württembergischen Landesherren, die sich wirklich intensiv um den Bergbau gekümmert und sich mit seinen Problemen auseinandergesetzt haben. Wie man heute weiß, hat er auch gewaltig in diese Unternehmungen investiert und keine Kosten und Mühen gescheut. Selbst Rutengänger und Alchemisten werden von ihm beschäftigt - erfolglos, wie auch andernorts. Vor allem durch seinen Baumeister Schickhardt, dessen Wirken als Ingenieur in der Literatur bisher viel zu wenig gewürdigt worden ist, lässt er im Christophstal unterhalb der „Bergstadt ob dem Christophsthal" Werke und Anlagen anlegen, die bereits industriellen Charakter haben.

Obwohl Hallwangen in den Bergfreiheiten erwähnt ist, scheinen sich die Aktivitäten Friedrichs I. bis dorthin nicht ausgewirkt zu haben.
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Neue Versuche unter dem Namen "Himmlisch Heer"
1723 Der Bergbau der Hallwanger Grube wird unter dem Namen "Himmlisch Heer" wieder aufgenommen.
Der Alpirsbacher Bergmeister Moyses erwähnt einen Spathgang, der Silber- und Kupfererz führt.
Im Jahr 1722 wird ein Oberbergamt in Stuttgart eingerichtet. Das für Hallwangen zuständige Bergamt befindet sich nun in Alpirsbach. Ein Jahr später, also 1723, wird der alte Abbau der Hallwanger Grube unter dem Namen „Himmlisch-Heer" neu vergewerkt. Der Alpirsbacher Bergmeister Moyses von Khyrrberg berichtet 1736 darüber: „Bei Hallwangen im Dornstetter Amt ist vor 13 Jahren auch eine alte Zeche - Himmlisch-Heer genannt - angegriffen und etlich Jahre gebauet worden, woselbsten ein gar mächtiger Spathgang streichet, der Silber- und Kupferertz mit sich führet, selbiger ist aber nur im Taggebürg etwas edel, in der Teufe aber leer befunden worden.“
1726 Die Grube wird wegen wiederholtem Wassereinbruchs aufgegeben.
1726 wird die Grube wegen erneuten Wassereinbruchs wieder aufgelassen. Das während der Bauzeit (vermutlich 1723 - 1726) geförderte Erz enthält 10 Lot Silber (= 3,1 g/kg Erz) und 15 Pfund Kupfer im Zentner. Das ist aber schon das allerbeste Erz. 6 oder 8 Lot Silber und 12 Pfund Kupfer werden sonst angegeben.
1727 vereinigen sich die Bergleute von Himmlisch-Heer mit denen der Friedrichs-Zeche und bauen gemeinsam auf dem Christophsstollen.
1750 Erfolglose Versuche, den Bergbau wieder aufzunehmen.
1750 werden in der Grube Himmlisch-Heer erneut Versuche angestellt, die jedoch nicht zum Erfolg führen.
1791 Bergrat Widmann kann die Grube nicht befahren, weil sie verfallen ist.
Die Akten schweigen erneut - 40 Jahre lang. Erst 1791 gibt es neue Nachrichten von der Grube Himmlisch-Heer - allerdings keine ermutigenden. Bergrat Widmann kann die Grube nicht befahren, weil sie total verfallen ist. Dieser Zustand dauert vorläufig an.
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Abbau von Schwerspat
1850 - 1860 Abbau von Schwerspat für Bleiweißfabriken.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts wird Schwerspat für die Bleiweißfabriken abgebaut.
1891 Der Geologe Sandberger äußert sich über die Grube und ihr Erzvorkommen
(33,89 % Kupfer und 1,37 % Silber in den Fahlerzen).
Im Jahr 1891 äußert sich dann der Geologe Sandberger nochmals über das Hallwanger Revier: „Der oberhalb des Dorfes Hallwangen bei Dornstetten auftretende Gang, welcher in quarzreichem Schwerspat und Quarz eingesprengtes Fahlerz führt, ist schon an der Mündung des alten oberen, jetzt anderweitig benutzten Stollens der Grube Himmlisch-Heer noch gut erkennbar. Er setzt, in zwei Trümmer geteilt, welche sich im Inneren des Stollens zu einem 1 m mächtigen Gangkörper vereinigen, in verkieseltem Buntsandstein auf. Auf den Halden findet man noch einzelne Gangstückchen mit frischem und zersetztem Fahlerz, Mixit, Wad, Malachit, Brauneisenstein und Kupfermanganerz von ganz gleicher Beschaffenheit, wie zu Christophs-Aue". Die Fahlerze enthielten lt. Sandberger 33,89 % Cu und 1,37 % Ag.
1908 Umbenennung der Grube "Himmlisch Heer" in "Irmgardsglück" durch die Gewerkschaft Irmgardsglück aus Gotha.
Die Gewerkschaft baut Schwerspat ab (10 t / Tag).
Im 20. Jahrhundert, d.h. in den Anfangsjahren, wird in Hallwangen Schwerspat abgebaut, der zum größten Teil in der Farbpigmentfabrikation - Lithopone (= lichtechtes, gut deckendes weißes Pigment für Anstrichfarben) - aber auch in der chemischen Industrie und in der Kunstfeuerwerkerei Verwendung findet.
Im Jahr 1908 (It. Metz bereits 1904) tritt die Gewerkschaft Irmgardsglück aus Gotha auf den Plan. Die Grube wird in „Irmgardsglück“ umbenannt und auf Schwerspat gemutet (Mutung = Gesuch an die Bergbaubehörde zur Erwerbung des Schürfrechts in einem bestimmten Feld). 1904 soll (It. Metz) ein Abbauvertrag über 20 Jahre geschlossen worden sein. 1908 wurde hier 1 % des weltweit gewonnenen Schwerspats gefördert.
Als bei Versuchsarbeiten auch Fahlerze angetroffen werden, legt die Verwaltung 1908 Mutung auf Kupfer- und Silbererze ein. Am 11. Juni 1909 werden als Steiger August Kunz, als Maschinenmeister Adam Höhler und als Betriebsführer Wilhelm Kunz genannt.

Ausführliche Geschichtsdaten 1908 - 1943
aus: Helge Steen, Geschichte des modernen Bergbaus im Schwarzwald, Seite 54-57, Verlag: Books on Demand GmbH, Norderstedt
1910 8 Personen sind in der Grube beschäftigt.
Die Gewerkschaft hat 1910 in der Grube 8 Personen beschäftigt.
1911 Übernahme der Grube durch die Süddeutsche-Erzbergbau-Gesellschaft.
Im Zeitraum 1910/1911 wird die Grube von der Süddeutschen- Erzbergbau-Gesellschaft übernommen. Die Gesellschaft will im Oktober 1911 zusätzlich die Grube Dorothea im Christophstal muten. Zu diesem Zeitpunkt scheidet Baron Hans von Verschner aus der Gesellschaft aus. Neu in die Gesellschaft aufgenommen werden kurz darauf Bankier Theodor Knapp und der Glasfabrikant Otto Böhringer, beide aus Freudenstadt. Als Betriebsführer ist Anton Schmuck tätig. Ende 1911 sind 3 – 4 Personen unter Tage beschäftigt.

Während 1910 und anfangs 1911 noch 8 Personen in der Grube tätig sind, werden pro Tag etwa 10 Tonnen Schwerspat abgebaut und per Fuhrwerk zum 4 km entfernt liegenden Bahnhof Dornstetten transportiert. Die Erze werden als Nebenerzeugnisse gewonnen und an Hütten abgegeben.
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Das Ende des Schwerspat- und Erzabbaus
1912 Ein rapider Rückgang der Erze führt jedoch zur Unwirtschaftlichkeit und Einstellung der Arbeiten.
1911 werden lediglich 15 Tonnen Erze gefördert - 35 Tonnen sind es insgesamt zwischen 1909 und 1911. Es wird also mehr Schwerspat als Erz abgebaut, was das Oberbergamt zu dem Schluss veranlasst, dass hier von Erzabbau keine Rede sein könne. Der Gesellschaft wird daher seitens des Oberbergamts eine Nichtbetriebssportel angedroht. Unter anderem dies und auch vornehmlich die hohen Transportkosten für das abgebaute Material zum Bahnhof Dornstetten führen zu der Erkenntnis, dass ein lohnender Verkauf des Materials nicht mehr möglich ist. Die Arbeiten werden deshalb am 1. April 1912 eingestellt. Man hofft noch auf die Erbauung der Bahnstrecke Dornstetten - Pfalzgrafenweiler, wobei Hallwangen einen Bahnanschluss erhalten hätte, und will den Erzabbau so lange ruhen lassen, da ein wirtschaftliches Arbeiten sonst nicht möglich erscheint.
1916 Adam Höhler, 1909 als Maschinenmeister bei der Gewerkschaft Irmgardglück tätig, kauft das Grubengebäude und wandelt es in das Kurhaus Waldeck um.
Wie man weiß, ist die Bahnstrecke nicht gebaut worden. Man hat zwar damit begonnen und westlich des Industriegebiets von Dornstetten ist heute noch die Trasse zu sehen, aber auch der Bahnbau dürfte nicht lohnend gewesen sein. Adam Höhler, 1909 als Maschinenmeister bei der Gewerkschaft Irmgardglück tätig, kauft 1916 das Berghaus (Grubengebäude) und wandelt es in den zwanziger Jahren in das Kurhaus „Waldeck" um, heute Hallwang-Clinik. 1922 fällt die Grube ins bergfreie.
1923 Der Ingenieur Leo Werner Nieland aus Berlin beantragt das Mutungsrecht auf Fahlerze.
Er nennt die Grube "Nieland I", es kommt jedoch zu keinem Erzabbau.
Der Ingenieur Leo Werner Nieland aus Berlin beantragt im Januar 1923 das Mutungsrecht auf Fahlerze und die Verleihung des Bergwerkseigentums für die Grube Irmgardglück. Er nennt die Grube nun „Nieland I", beginnt jedoch nicht mit dem Abbau. Am 14. Dezember 1927 wird ihm das Mutungsrecht wieder entzogen, als das Bergamt feststellt, dass der Ingenieur vermögenslos und damit zahlungsunfähig ist. Die Maßnahme wird It. Beschluss am 14. Dezember 1928 rechtskräftig. Mittlerweile hat man auch das Grubenfeld neu vermessen. Es hat einen Flächeninhalt von 1.999.519,06 m² = 199 ha 95 a 19 m².
Im Sommer 1937 stellt das Bergamt fest, dass in der Schwerspatgrube Hallwangen gearbeitet wird. Eine Anfrage beim Bürgermeisteramt ergibt, dass hier kein Schwerspat abgebaut wird, sondern dass Adam Höhler hier lediglich Schotter und Vorlagesteine gewinnt.
1937 Die Firma Georg von Giesches Erben, Hamburg, legt eine Mutung auf Fahlerze ein.
Auch jetzt kommt es zu keinem Erzabbau.
Am 15. November 1937 legt die Firma Georg von Giesches Erben, Hamburg, früher Breslau, Mutung auf Fahlerze ein. Die Verleihung des Bergwerkseigentums erfolgt am 18. März 1938. Die Mutung bezieht sich auf Gold, Silber, Kupfer, Kobalt, Nickel, Schwefel, Arsen, Antimon, Blei, Zinn und Zink.
Etwa 70 % der vorgenannten Elemente kommen im Hallwanger Fahlerz nicht vor - der umfangreiche Versuch hängt jedoch mit der Rohstoffknappheit im III. Reich zusammen. Vor allem das Wirtschaftshauptamt der SS hat sich hier in den Vordergrund gespielt und will nun holen, was noch zu holen ist. Derartige Aktionen werden reichsweit durchgeführt, denn die Aufrüstung der Wehrmacht hat ihren Höhepunkt erreicht und die Rüstungsindustrie läuft auf Hochtouren und benötigt dringend - selten gewordene – Metalle jeglicher Art.

Bis zum 8. April 1940 hat hier jedoch noch kein Abbau stattgefunden. Die Firma Giesches Erben hat gleichzeitig auch die Verleihung des Bergwerkseigentums für das St.-Christophs-Grubenfeld und für das Dorotheenzechen-Grubenfeld bei Freudenstadt beantragt. Das Bergamt stellt am 20. Juni 1938 fest, dass das Bergwerkseigentum einen Wert von 1.000,- RM je Grubenfeld habe. Nachdem die Firma Giesches Erben Widerspruch eingelegt hat, stellt das Oberbergamt fest, dass die Abbauwürdigkeit der Erzvorkommen zweifelhaft sei und dass daher das Bergwerkseigentum aller Grubenfelder zusammen einen Wert von 1.000,- RM habe. Geschehen ist jedoch offenbar nichts mehr. Das an die Firma Giesches Erben verliehene Bergwerkseigentum wird am 6. Dezember 1954 per Beschluss aufgehoben.
1944 Die Firma Ernst Giebeler, Siegen, strebt einen Schwerspatabbau an.
Es gibt Kontroversen, da das Bergwerk zwischenzeitlich als Luftschutzraum genutzt wird.
Nach Kriegsende verzichtet die Firma Giebeler auf die Nutzung des Bergwerks.
Glück auf!
(= der Gruß des Bergmanns: "Man wünschte sich das Glück, die Erzader möge sich auftun, erweitern und nicht ins taube Gestein verlieren.")
teilweise entnommen der Festschrift
zur Eröffnung des Besucherbergwerks
„Grube Himmlisch Heer“
am 27./28. Mai 2000




Geschichte der Aufwältigung
Die neuerliche Aufwältigung
der Grube „Himmlisch Heer" und "Irmgardsglück"

Die Instandsetzung und Zugänglichmachung (Aufwältigung) des Bergwerks erfolgt seit 1996 durch die Mitglieder des "Förderkreises Historischer Bergbau Hallwangen e.V." in ehrenamtlicher Tätigkeit. Unterstützt wird diese Arbeit durch Sponsoren vornehmlich aus dem Handwerk und der Industrie.

letzte Aktualisierung: 12.12.2016

2016
2015
Kreuzung Hauptfahrstollen / "untere Sohle"
2014 Hauptfahrstollen / Kreuzung zur Haspelkammer 2013 Hauptfahrstollen "Irmgardsglück" fertig ausgebaut
2012 Beleuchtung und Ausbau des Hauptfahrstollens 2011 Weiterer Ausbau des Hauptfahrstollens
2010 Weiterer Ausbau des Hauptfahrstollens 2009 Weiterer Ausbau des Hauptfahrstollens
2008 Weiterer Ausbau des Hauptfahrstollens 2007 Wasser, Strom und weiterer Ausbau
Frisch- und Abwasserversorgung
2005
Ausbau des Eingangsbereichs des Hauptfahrstollens
2004
2003
Blockhaus und Bergwerkshütte
2002 Absicherung des Eingangs des Hauptfahrschachtes 2001 Öffnung und Entwässerung des Hauptfahrschachtes
2000 1999 Orkan "Lothar"
"Himmlisch Heer" als Besucherbergwerk Erschließung des Südstollens
Erschließung des Wetterschachtes
1998 1997
Errichtung einer Bauhütte
Ausbau des künftigen Stollenmundes
1996
Entwässerung des Zugangsbereichs
1995
Vereinsgründung
Säuberung und Sicherung des vorhandenenZugangs
Zustand nach der ersten Befahrung
Öffnung des Stollens
1994 Erste Anstöße
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2016 » Vom Hauptfahrstollen "Irmgardsglück" zur Haspelkammer
Bild 1 Bild 2 Bild 3

Nov. 2016:


Bild 1:
> Türstock-Ausbau Richtung Norden zur Haspelkammer

Bild 2:
> hinten die Haspelkammer

Bild 3 und 4:
> Richtung Süden ist viel Haufwerk abzuräumen

Bild 4
Stand der Arbeiten im April 2016: Stand der Arbeiten im Februar 2016:
Türstock-Ausbau Richtung Haspelkammer links: Türstock-Ausbau Richtung Haspelkammer.
Mitte: erste Treppenstufen für die Verbindung zur oberen historischen Sohle "Himmlisch Heer".
rechts: Betonstütze, die den "hangenden Felsstock" sichert.

Bisher wurden aus diesem Kreuzungsbereich des Stollens
ca. 450 Tonnen Schwerspat-Abraum entfernt (bis zum Jahresende sind es mehr als 600 Tonnen).
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2015 » Kreuzung Hauptfahrstollen / "untere Sohle"
Aufwältigung des Stollens „Irmgardsglück“ 2015

Zeichnungen: M. Kitzlinger

Nach Beseitigung großer Mengen Schwerspat-Geröll zeigte sich, dass sich beim Übergang (Kreuzung) des unteren Hauptfahrstollens „Irmgardsglück“ in den Abbaustollen „untere Sohle“ ein „hangender Felsstock“ befindet, der durch eine Stahlbetonstütze gesichert werden muss. Durch diesen Umstand verzögern sich die Aufwältigungsarbeiten!

An der Kreuzung "Hauptfahrstollen" / "untere Sohle" muss ein "hangender Felsstock" gesichert werden.

Bewehrung, Schalung sowie das Füllen mit Beton (Bilder oben) und die fertige Stahlbetonstütze (links).
(Stand: Nov. 2015)


Schwerspat-Geröll (Haufwerk) aus dem Hauptfahrstollen "Irmgardsglück".
Schwarzwälder Bote, 23.07.2015
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2014 » Hauptfahrstollen / Kreuzung zur Haspelkammer
Bis Dez. 2014 werden viele Tonnen Schwerspat-Geröll aus dem Stollen "Irmgardsglück" ins Freie befördert. Der Schwerspat wird dankenswerter Weise von der Fa. Sachtleben in Wolfach abgeholt und verwertet. Der Weg vom freigelegten Hauptfahrstollen zur Haspelkammer ist mit viel Geröll verlegt. (Aug. 2014)
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2013 » Hauptfahrstollen "Irmgardsglück" fertig ausgebaut
Am 15.06.2013 wurde der letzte hölzerne Türstock durch Stahlträger ersetzt. Damit ist nun eine 60 m lange Strecke durch Stahl-Türstöcke gesichert. Bis zum Jahresende wurde die restliche Strecke des insgesamt 117 m langen Hauptfahrstollens "Irmgardsglück" von Geröll/Haufwerk befreit und vollständig aufgewältigt.
Geschafft! - Der letzte hölzerne Türstock im Hauptfahrstollen wurde am 15. Juni 2013 ersetzt!
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2012 » Beleuchtung "Himmlisch Heer" und Ausbau des Hauptfahrstollens „Irmgardsglück“
Der historische Stollen "Himmlisch Heer" erhält eine LED-Beleuchtung.
Der Ausbau des Stollens "Irmgardsglück" macht Fortschritte, ist aber äußerst mühsam.
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2011 » Weiterer Ausbau des Hauptfahrstollens „Irmgardsglück“
"Himmlisch Heer" erhält eine Wettertür. Der weitere Ausbau des Hauptfahrstollens "Irmgardsglück" mit Eisenträgern und Leiplanken.

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2010 » Stollenausbau "Irmgardsglück"
Der Ausbau und die Absicherung des Hauptfahrstollens mit Stahlträgern und Leitplanken erweist sich als äußerst arbeitsintensiv.
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2009 » Stollenausbau "Irmgardsglück"
Weiterer Ausbau des Hauptfahrstollens
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2008 » Stollenausbau
Weiterer Ausbau
des Hauptfahrstollens
2008 wird ein Bebauungsplan für das Areal des Besucherbergwerks genehmigt
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2007 » Wasser, Strom und weiterer Ausbau "Irmgardsglück"
Endgültige Gestaltung des Eingangsbereichs des Hauptfahrstollens Der Königsstein Endgültiger Anschluss von Strom und Wasser Stromzufuhr zum Hauptfahrstollen
Beginn des Ausbaus des Hauptfahrstollens Das Blockhaus wird zum Empfang der Bergwerksbesucher hergerichtet. Dazu gehören:
  • Garderobe für Schutzkleidung
  • Videofilmvorführung
  • Gesteinssammlung
  • Bildergalerie
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2006 » Frisch- und Abwasserversorgung
Mit Hilfe eines Kleinbaggers wird auf einer Länge von ca. 100 m quer durch den Wald eine Frisch- und Abwasserleitung zur Bergwerkshütte verlegt.
Nov. 2006
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2005 » Ausbau des Eingangsbereichs des Hauptfahrstollens "Irmgardsglück"
Auch in diesem Jahr geht der Ausbau des Eingangsbereichs des Hauptfahrstollens nur langsam voran.
Eingang Sept. 2005 Eingang mit Tor Dez. 2005
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2004 » Ausbau des Eingangsbereichs des Hauptfahrstollens "Irmgardsglück"
Fehlende Geldmittel und gesundheitsbedingte personelle Ausfälle lassen den Ausbau des Eingangsbereichs des Hauptfahrstollens weiterhin nur langsam voran kommen.
Entwässerung Sept. 2004 Eingang Nov. 2004
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2004 » Blockhaus und Bergwerkshütte
Am Blockhaus wird das Dach eingedeckt, Tür und Giebel gerichtet. Der Anbau an die Bergwerkshütte erhält Dachziegel und Fenster.
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2003 » Stromversorgung
Im Oktober 2003 leistet sich der Verein einen eigenen Stromanschluss. Die Zuführung wird in Eigenarbeit ausgeführt, und seit dem 29. Nov. 2003 fließt "eigener" Strom. Seit 1998 wurde der Strom gesponsert.
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2003 » Blockhaus-Bau neben dem Bergwerkseingang
Im Frühjahr 2003 wird die Genehmigung für den Bau eines Blockhauses freigegeben. Es soll als "Empfangs- und Ausstellungsraum" für die Besucher dienen.
Unverzüglich wird mit dem Bau begonnen (Mai 2003), und am 5.12.2003 kann Richtfest gefeiert werden.
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2003 » Neuer Anbau an die vorläufige Bergwerkshütte
Die vorläufige Aufenthalts- und Gerätehütte erhält einen neuen und stabilen Anbau. Mit gesponsertem Holz und dem von der Bauabteilung der Heinrich-Schickhardt-Schule in Freudenstadt vorgefertigten Fachwerkteilen ist der Anbau bald errichtet.
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2003 » Ausbau des Eingangsbereichs des Hauptfahrstollens "Irmgardsglück"
Die Ausbau-Arbeiten erweisen sich als schwierig und aufwändig, so dass im Mai 2003 lediglich die abwärts führende Eingangsrampe zu erkennen ist.

In mühsamer Arbeit wird das Jahr über der abwärts führende Eingangsbereich betoniert.

Im unteren Bereich sind die Seitenwände fertig. (Okt. 2003) Der Deckenbereich wird verschalt.
Endlich kann die Decke betoniert werden. (Nov. 2003)
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2002 » Absicherung des Eingangs des Hauptfahrschachtes "Irmgardsglück"
Die örtlichen Gegebenheiten zwingen dazu, eine Firma mit Abstützarbeiten im Bereich des Eingangs zum Hauptfahrschacht zu beauftragen. Es werden zahlreiche Bohrungen vorgenommen und Stahlbetonstützen zur Absicherung des Geländes eingebaut (5/2002). Diese Maßnahmen verschlingen allerdings die gesamten Geldmittel, die dem Verein zur Verfügung stehen.
Weiterführende Absicherungsmaßnahmen im Eingangsbereich mit Beton werden die Vereinsmitglieder durchführen.
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2001 » Öffnung und Entwässerung des Hauptfahrschachtes
Eine erste Besprechung mit Vertretern der Stadt und Ing.-Büro Eppler (1/2001) signalisiert grünes Licht für die Entwässerung des unteren Hauptfahrschachtes in die vorhandene Entwässerungsleitung. Es folgen schwierige Arbeiten zur Findung der früheren Bergwerksentwässerung unter den inzwischen darüber gebauten Garagen unterhalb des Hauptfahrschachtes (8/2001). Die für die Entwässerung notwendigen Anschlüsse können zu Jahresende (11/2001) verlegt werden.
Nach Öffnung des Hauptfahrschachtes und Senkung des Wasserspiegels kann der Hauptfahrschacht erstmals am 8.12.2001 befahren werden. Die Haspelkammer (= motorisch oder mit Muskelkraft angetriebene walzenförmige Vorrichtung zum Bewegen von Lasten, besonders den Förderwagen, durch Aufwickeln bzw. Entrollen von Seilen) und der weiterführende Stollen (ca. 100 m) wird bestaunt, das Gebirg steht sicher, voraussichtlich sind in diesem Bereich keine Absicherungsmaßnahmen notwendig. Innerhalb der Haspelkammer (Durchmesser ca. 12 m) sieht man den Abgang des 51 m tiefen Förderschachtes (= horizontaler oder vertikaler Transportschacht) und des Fahrschachtes (= Schacht zur Begehung des Stollens) unter Wasser stehen.

Jedoch wird das auftretende Wasser, 6 Liter/Sekunde an trockenen Tagen, noch länger ein Problem bleiben. Um dieses gemeinsam in den Griff zu bekommen, gibt es eine Besprechung mit Vertretern der Stadt, des Landratsamtes – untere Wasserbehörde, des Abwasserzweckverbandes und Ing.-Büro Eppler (12/2001).

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2000/01 » Errichtung der Wetterschacht-Schutzhütte
Neben den nun laufenden Besucherführungen ist zunächst das wichtigste Projekt die Errichtung einer Wetterschacht-Schutzhütte. Mit Hilfe von Freunden aus der Zimmerer- und Maurerzunft wird manchmal bis spät abends gebaut, und am 3. März 2001 feiert man Richtfest.

Dank sei allen Mitarbeitern, die daran mitgearbeitet haben, das Holz wurde zum größten Teil gesponsert, die Ziegel auch, selbst die Kupferbleche und Dachrinnen, vom Meister persönlich gerichtet, wurden dem Verein kostenlos überlassen!
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27.05.2000 » "Himmlisch Heer" als Besucherbergwerk
Im Mai 2000 ist es dann soweit: Am 27. und 28. Mai 2000 wird im Rahmen einer festlichen Einweihungsfeier der Stollen „Himmlisch Heer“ als Besucherbergwerk geöffnet. Besucher können ab jetzt wenigstens einen Teil des historischen Stollens besichtigen.

Bei den Festlichkeiten können zahlreiche Ehrengäste und politische Prominenz begrüßt werden.

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26.12.1999 » Orkan "Lothar"

Leider hat sich die „Landschaft über Tage" verwandelt. Am 26. Dezember 1999 wütete der Orkan „Lothar" über dem Schwarzwald; die meisten Bäume im Silberwald sind ihm zum Opfer gefallen.

Das Bild um den Eingangsbereich hat sich grundlegend verändert. Der schöne Silberwald fehlt. Es kann noch nicht gesagt werden, in welchem Umfang sich dieses Naturereignis zum Schaden oder Nutzen für den Himmlisch-Heer-Stollen auswirken wird.

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1999 » Erschließung des Südstollens
Neue Welten öffnen sich ab Juli 1999 auf den nächsten 130 Metern unter Tage in südlicher Richtung. Größere Flächen mit blauen und grünen Spuren erschließen sich den Bergleuten. Diese unerwartete Farbenpracht unter Tage sind Höhepunkte, die motivieren und das wochenlange Ausräumen vergessen lassen.
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1999 » Erschließung des Wetterschachtes
Ab Mai 1999 beginnt ein neuer Abschnitt bei der Erschließung: Der Wetterschacht, welcher vom Steinbruch 23 Meter in die Tiefe führt, soll ausgeräumt werden. Das ist nicht ganz einfach: Zur Absicherung gegen Unfälle und Abstürze sind im Rahmen von Straßenbau-Maßnahmen große Felsbrocken eingebracht worden, jetzt müssen diese wieder in mühevoller Schwerstarbeit hochgeholt werden.
Durch finanzielle Unterstützung der Stadt Dornstetten kann eine Spezialbohrmaschine eingesetzt werden. Über dem Schacht wird ein Dreibock mit Seilwinde und Dieselmotorantrieb errichtet. Eine Gruppe von 8 bis 10 Mitgliedern des Fördervereins zieht nun Steine, Schutt und Geröll mit einem umgebauten 50-Liter-Mülleimer hoch, da sich die zur Spezialmaschine gehörenden Meisel- und Hebewerkzeuge, bedingt durch die 60°-Neigung des Schachtes, nicht einsetzen lassen.
Am 12. Juni 1999 wird die Stollensohle (= der Boden des Stollens) erreicht. Nun gilt es, den Schuttkegel zu beseitigen und den fortführenden Stollen vom Haufwerk (= durch Hauen entstandener Schutt) zu säubern. Mühevoll ist dann der Durchstieg zum weiterführenden Südstollen. Er führt durch Schwemmsand und herabgefallene Steine und ist oft nur 60 cm hoch. Mit einem größeren Transportbehälter dauert dieses noch einmal vier Wochen.
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1998 » Stromversorgung und Beleuchtung des Stollens
Auch für die elektrische Energie wird ein Kostenträger gefunden. Die benachbarte Baufirma hat dem Bergwerk vom ersten Tag an einen kostenlosen Stromanschluss von ihrem Betriebsgelände aus zur Verfügung gestellt. Bis sich der Verein eine eigene Stromversorgung leisten kann, werden wohl noch Jahre vergehen.

Nachdem der Stollen nun „unter Verschluss" ist, wird die Stromversorgung über ein Erdkabel installiert. Man versenkt die Kabel in Schutzrohren im Stollenboden, damit der schön behauene Gang vom „Kabelsalat" verschont bleibt. Der Stromverteiler hinter dem Stollentor und das entsprechende Befestigungsmaterial wird gesponsert. Auch installiert eine Hallwanger Elektrofirma kostenlos die Anlage. Im Herbst 1998 werden Niedervolt-Lampen im Stollen montiert.
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1998 » Sandsteine und Gitter für einen attraktiven Stollenmund
Der Stolleneingang soll besonders attraktiv wirken. Sandsteinfindlinge aus dem Silberwald und behauene Formsteine bilden den neuen Stollenmund. Auch ein schmiedeeisernes Tor verschließt bald den Stolleneingang (1998).
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1997 » Beton-Ummantelung des Holzverbaus am Stollenmund
Beim ersten Besuch des Bergamtes wird der Wunsch geäußert, den Holzvorbau mit einem Betonmantel zu umhüllen. Auch der Eingangsbereich soll einen Betonmantel erhalten. Die Arbeit wird in Angriff genommen. Sechs Unentwegte sind auf der Baustelle, und sie schaufeln den Beton dorthin, wo das Transportband nicht hinreicht. Die Materialkosten für den Beton hat dankenswerterweise die Stadt Dornstetten übernommen.
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1997 » Errichtung einer Bauhütte
Für die regelmäßigen Arbeiten wird dringend eine Bauhütte gebraucht. In Freudenstadt müssen im Rahmen von Straßenbaumaßnahmen einige Gartenhütten weichen. Der Verein darf eine dieser Hütten abbrechen (Herbst 1997), um sie dann im Silberwald als vorläufige Aufenthalts- und Gerätehütte wieder aufzubauen.
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1997 » Ausbau des künftigen Stollenmundes
Inzwischen wird das von der Stadt Dornstetten gestiftete Rundholz für die „Stempel" angefahren. Um einen ebenerdigen Zugang, den künftigen „Stollenmund", zu gestalten, muss ein Holzvorbau in Form von „deutschen Türstöcken" hochgezogen werden. Im Juli 1997 kann mit der Arbeit begonnen werden.
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1996/97 » Entwässerung des Zugangsbereichs
Mit einem Bagger wird in wenigen Tagen in sechs Metern Tiefe eine Entwässerung verlegt. Man atmet auf, die größte Sorge gehört bald der Vergangenheit an.

Mit neuem Arbeitseifer wird in den ersten 25 Metern des Stollenbodens eine Entwässerung verlegt und mit Splitt aufgefüllt. Von nun an kann man trockenen Fußes in den Berg gelangen.
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1996 » Säuberung und Sicherung des vorhandenen Zugangs
Erstes Ziel des gegründeten Fördervereins ist es, den vorhandenen Zugang zu säubern und zu sichern (ab 7/1996). An Helfern mangelt es erfreulicherweise nicht. Mit Eimerketten, mit Schubkarren, oft bis zu den Knien im Wasser stehend, arbeiten sie. An Samstagen herrscht ein emsiges Treiben im Silberwald.

Nun steht der Winter an. Nach Regen und Schneeschmelze steht der Stollen voll mit Wasser. Man erinnert sich an die Chronik. Da wird immer wieder berichtet, dass der Abbau wegen Wassereinbruchs eingestellt werden musste.

Das jetzige Wasserproblem hat seine Ursachen in jüngster Zeit: Alles Regenwasser ist bisher bewusst in den Wetterschacht des Steinbruchs geleitet worden, dort wächst es dann gelegentlich zu einem richtigen Wasserfall an. Kurzfristig kann Abhilfe nicht geschaffen werden. Vor jedem Arbeitseinsatz muss das Wasser hochgepumpt werden - meistens ist „die Baustelle" nach einem kräftigen Regen regelrecht „abgesoffen".
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1996 » Zustand nach der ersten Befahrung
Nach der Befahrung (= Begehung, Inspizierung) des Stollens im Juli 1996 zeigt sich folgende Situation:

Zu dem alten oberen Stollen gehört ein Querschlag (= Stollen, der quer zu den Schichten verläuft) von 80 Metern Länge, der aber wegen seiner geringen Breite nicht als Fördergang (= Transportgang für Erze) einzuordnen ist. Nach den ersten 15 Metern im Hangschutt, flankiert von brüchigen Sandsteinplatten, stößt man auf einen bergmännisch vorangetriebenen Stollen. Dieser wurde mit Schlägeln
(= schwerer Hammer, Fäustel) gehauen und trägt noch Eisenspuren. Er ist wohl ins 16. Jahrhundert einzuordnen. Am Anfang der Mineralzone verbreitert sich der Stollen, Reste von Sprenglöchern stammen aus den Jahren 1937/38. Damals im III. Reich fanden Untersuchungen im Rahmen des „Vier-Jahres-Planes" statt. Zu jener Zeit war das Grubenfeld an die Firma Georg Giesches Erben aus Hamburg, vormals Breslau, verpachtet. Zu einem Abbau ist es nie gekommen. Der Pachtvertrag wurde 1954 aufgelöst.


In der Abbaustrecke erstreckt sich im eisenerzdurchsetzten Schwerspat ein etwa vier Meter hoher Hohlraum. Im oberen Bereich setzt sich ein 18 Meter langer Suchgang fort. Ständiges Tropfwasser lässt auf eine sich nach oben fortsetzende Bruchspalte schließen.

Ein weiterer Suchgang endet im toten Gestein (Erzleere). Im verfallenen Abgang zu den unteren Stollen staut sich das Wasser. In Regenzeiten schwillt hier der Wasserstand stark an. Das Wasser sammelt sich in dem Teil des Stollensystems, den die Vereinsmitglieder eigentlich gesucht haben und den man als Fernziel auch aufwältigen (= wieder zugänglich machen) will. Die Wände sind hier teils mit schneeweißem Baryt, teils mit verschiedenfarbigen Eisen- und Manganoxiden gezeichnet. Sie sind durchzogen von grünlichen Adern - Malachitspuren - und von grauschimmernden Einschlüssen - Fahlerz.

In südlicher Richtung der Bruchzone verhindert ein Schuttkegel des nach oben in den Steinbruch führenden Wetterschachtes (= zur Belüftung der unterirdischen Grubenanlagen genutzter Schacht) das Weiterkommen. Das dahinter liegende Geheimnis soll der Berg noch bis zum Juli 1999 hüten.
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19.07.1996 » Öffnung des Stollens
Im Mai 1996 erfolgt die Baufreigabe und am 19. Juli 1996 ist es dann soweit: der Stollen soll geöffnet werden.

Der verstorbenen Sepp Plankovits hatte die letzten zugänglichen Stollenteile nach 1945 durchforscht, war selbst aktiver Mineraloge und hat seine Fundstücke später in einer Ausstellung im Rathaus Hallwangen öffentlich zugänglich gemacht.
1971 sollte das Grubengelände mit Bauaushub verfüllt werden. Bevor dieses geschah, hatte Sepp Plankovits den letzten Einstieg mit einer Sandsteinplatte markiert und auf einer Handskizze mit Maßen versehen.
Er ahnte wohl nicht, dass daraus einmal ein Neuanfang werden könnte, den seine Tochter Erna Märgner - Jahrzehnte später - nunmehr anführt.
An der von Plankovits überlieferten Stelle, bringt die Baggerschaufel etwas Unrat und viel Humus zutage. Hier haben die Anwohner bisher ihre Gartenabfälle abgekippt. Bereits nach zwei Stunden kommt die oben erwähnte Sandsteinplatte zum Vorschein. Bald darauf wird auch die Oberkante des gesuchten Stollenmundes (=Ausgang des Stollens) mit angeschwemmter Erde sichtbar. Der erste Augenschein zeigt einen völlig intakten Stollen.

In den folgenden Wochen der Anfangsbegeisterung, in denen der Stollenmund freigeräumt wird und echte Pionierarbeit geleistet werden muss, sind viele Helfer vor Ort.
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14.09.1995 » Vereinsgründung
Noch im Jahre 1994 zeigte der Hallwanger Ortschaftsrat Interesse an dem Vorhaben, das Bergwerk zu öffnen, und Ortsvorsteher Kübler brachte den Gedanken ein, einen Förderverein zu gründen.

Am 18. Mai 1995 lud die Ortschaftsverwaltung die Öffentlichkeit zu einem Informationsabend in die Hallwanger Turn- und Festhalle ein. Nach Vorstellung und Diskussion des Projekts, sprach man sich mehrheitlich für die Gründung eines entsprechenden Fördervereins aus.

Auch der Südwestfunk kam in den Silberwald und drehte eine Reportage über das Vorhaben, den Silberstollen zu öffnen. Bei dieser Gelegenheit wurden Ereignisse aus den letzten Kriegstagen 1945 wieder wach. Viele Hallwanger Bürger hatten vor den Tieffliegern Schutz im Bergwerksstollen gesucht, und beim Einmarsch der Franzosen flüchteten viele Menschen aus Angst vor Gewalttaten ebenfalls dorthin.

Am 14. September 1995 wurde in der Turn- und Festhalle Hallwangen der neue Verein gegründet. Er heißt: „Förderkreis Historischer Bergbau Hallwangen e.V.". Spontan unterschrieben 63 Personen ihre Beitrittserklärung.

Am 2. März 1996 wird eine Grab- und Schürfgenehmigung beim Verbandsbauamt in Dornstetten beantragt. Es folgen Verhandlungstermine mit dem Wasserwirtschaftsamt, dem Landesdenkmalamt, der Naturschutzbehörde und dem zuständigen Forstamt.
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19.11.1994 » Erste Anstöße
Der Stein wurde am 19. November 1994 durch Willi Haug ins Rollen gebracht. Er war Mitglied des Vereins „Historischer Bergbau Freudenstadt", und deren Sammlergruppe suchte übertägig (= oberhalb der Erdoberfläche) auf überwachsenen Halden nach Belegstücken aus dem abgegangenen Bergbau.

Typische Gangartmineralien, wie sie an der Westrandverwerfung bei Freudenstadt auftreten, wurden auch an der östlichen Verwerfungszone bei Hallwangen gefunden: Schwerspat mit verschiedenfarbigen Eisenoxiden durchsetzt, Quarznester mit bis zu 5 mm hohen, klaren und milchigen Kristallen, Sekundärminerale von Kupfer und Malachit, Azurit und Mixit.

Als ortskundiger, gebürtiger Hallwanger richtete Willi Haug eine Anfrage an die Hallwanger Ortschaftsverwaltung, ob Interesse an einer Stollenöffnung bestehe. Auch war in den letzten Jahren immer wieder von privater Seite und vom Kurverein ein entsprechender Anlauf gestartet worden.





Eröffnung

Eröffnung
Grube "Himmlisch Heer"
Besucherbergwerk

Eröffnungsfeier am 27.05.2000
Am Samstag, 27. Mai 2000 wurde mit einem großen Festakt das Bergwerk „Himmlisch Heer“ offiziell für den Besucherbetrieb eröffnet.
Zahlreiche Honoratioren ließen es sich nicht nehmen, zu diesem besonderen Ereignis zu erscheinen: Herr Geiger und Herr Paaßens vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau in Freiburg, zahlreiche Abordnungen von auswärtigen Bergwerksvereinen, Kommunalpolitiker wie Herr Bürgermeister Pütsch und der stellvertretende Landrat Herr Röber, MDB Renate Gradistanac, MDB H.-J. Fuchtel, MDL Dr. Carmina Brenner und viele mehr.

Ab 11.00 Uhr begleitete der Hallwanger Musikverein den Festakt im Festzelt am Bergwerk. Nach vielen lobenden Reden und Geschenkübergaben wurde ein zünftiges Mittagessen eingenommen, meisterhaft gezaubert vom Vereinsmitglied Konrad Schuler mit seinem Team. Das Mittagessen ging fast nahtlos in den Nachmittagskaffee und in die sich anschließende Abendveranstaltung über. Die „Allgäuer Bergmusikanten“ sorgten hierbei für beste Stimmung.
Am Sonntag, 28. Mai versammelten sich alle Bergleute in ihrer Tracht beim Gottesdienst in der evangelischen Kirche Engeltal in Hallwangen und Herr Pfarrer Kircher fand in seiner „Bergwerkspredigt“ wieder einmal die passenden Worte.
Zum anschließenden Frühschoppen spielte das „Romanus-Trio“ im Festzelt auf. Die großen und kleinen Gäste erfreuten sich an verschiedenen Darbietungen, Schatzsuche, Ponyreiten und Gesichtsmasken malen. Mit dem Nachmittagskaffee klang ein gelungenes Fest aus.






Historisches Silber-, Kupfer- und Schwerspatbergwerk
im nördlichen Schwarzwald

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